KACO-Wechselrichter direkt im Heimnetz auslesen

Wattch ist eine Android-App, die den WLAN-Stick deines Wechselrichters im eigenen Netz abfragt. Ohne Konto und ohne Cloud, mit Werten, die wenige Sekunden alt sind. Ich habe sie gebaut, weil mir die offizielle App zu wenig gezeigt hat.

APK herunterladen

Für Android, rund 57 MB. Nicht im Play Store, so installierst du sie.

Das Dashboard von Wattch: Status „Produziert“, aktuelle Leistung 4,59 kW, das sind 57,4 % von 8,0 kW, darunter die Tageskurve, die Zähler Heute, Gesamt und Laufzeit sowie Module 7,21 kW und Netz 4,59 kW.
Alle Bilder stammen aus dem Demomodus, die Werte sind simuliert.

Was Wattch anders macht

Leistung pro String in Watt

Jeder PV-String hat eine eigene Karte mit seiner Leistung in Watt, dazu Spannung und Strom. Der Balken darüber zeigt, wie sich die Modulleistung gerade auf die Strings verteilt. Die offizielle App zeigt pro String nur Volt und Ampere.

Verschiebt sich die gewohnte Aufteilung, etwa durch Schatten oder ein schwaches Modul, fällt es hier auf. Namen wie „Süddach“ vergibst du selbst.

Abschnitt PV-Strings: Anteil an der Modulleistung, Süddach 63,0 % und PV2 37,0 %. Darunter zwei Karten: Süddach mit 4,54 kW, 466,6 V und 9,73 A, PV2 mit 2,67 kW, 169,9 V und 15,70 A.

Schlafen ist kein Fehler

Nach Sonnenuntergang schaltet sich der Wechselrichter ab und nimmt den WLAN-Stick mit. Wattch meldet dann „Wechselrichter schläft“ und nennt die Zeit des Sonnenaufgangs. „Offline“ steht nur da, wenn er tagsüber nicht antwortet.

Unter dem Status steht immer, wie alt der Messwert ist, und die Angabe zählt im Sekundentakt weiter. Bleibt die Antwort aus, wird die Zahl grau, statt weiter aktuell auszusehen.

Status „Wechselrichter schläft. Nachts keine Erzeugung. Sonnenaufgang um 07:23.“ Statt einer Leistung steht ein Strich, darunter die Tageskurve von 07:50 bis zum Abend und der Tagesertrag von 36,40 kWh.
Zum Vergleich der Status am Tag: „Offline. Aktualisiert vor 24 s.“

Jede Zahl lässt sich nachrechnen

Tipp auf einen Wert, und du siehst, woher er kommt: den Feldnamen des Wechselrichters, den Rohwert und die Umrechnung. Im Bild meldet der Wechselrichter im Feld eto den Rohwert 204882; geteilt durch zehn ergibt das den Gesamtertrag von 20.488,2 kWh.

Sieht eine Zahl falsch aus, weißt du nach zwei Tipps, ob die App sich verrechnet hat oder der Wechselrichter das wirklich so meldet.

Nach dem Tipp auf „Gesamt 20.488,2 kWh“ öffnet sich ein Blatt: Gesamt, wie von getdevdata.cgi gemeldet. Feld eto, Gesamtertrag seit Inbetriebnahme, Rohwert 204882, geteilt durch 10 ergibt kWh.

Außerdem dabei

  • Die drei Phasen L1 bis L3 mit Spannung, Strom und einer Prüfung auf Schieflast
  • Die Tageskurve zum Ablesen: Finger darüberziehen, und Leistung und Uhrzeit erscheinen
  • Eine Batterie-Karte, wenn eine Batterie angeschlossen ist. Ich habe selbst keine, getestet ist sie nur mit simulierten Daten.
  • Deutsch oder Englisch, helle oder dunkle Darstellung
  • Ein Demomodus mit simulierten Daten, zum Ansehen ohne Wechselrichter

Läuft das bei mir?

Sicher weiß ich das nur für meine eigene Anlage. Womit Wattch getestet ist und was die App nicht kann:

Getestet mit
KACO NX3, 8 kW, WLAN-Stick B32078-10 Das ist meine Anlage und die einzige, an der ich testen kann.
Andere KACO-Geräte
Nicht getestet Probier es aus: „Verbindung testen“ in den Einstellungen zeigt, ob dein Wechselrichter antwortet.
Telefon
Nur Android Eine Version für das iPhone gibt es nicht.
Netz
Nur im Heim-WLAN oder per VPN Die App spricht direkt mit dem Stick. Unterwegs ohne VPN erreicht sie ihn nicht.
Nachts
Nicht erreichbar Wechselrichter und Stick sind dann aus. Die App zeigt den letzten Messwert und wann er aufgenommen wurde.
Verlauf
Nur der heutige Tag Der Stick speichert keinen Verlauf. Die Tageskurve zeichnet nur auf, solange die App offen ist, und beginnt um Mitternacht neu. Tages- und Gesamtertrag zählt der Wechselrichter selbst, die stimmen trotzdem.
Standort
Nur für den Sonnenstand Beim ersten Start fragt Android nach dem ungefähren Standort. Wattch berechnet daraus Sonnenauf- und Sonnenuntergang, sonst nichts. Du kannst ablehnen und die Koordinaten von Hand eintragen.

Installieren

  1. APK herunterladen

    Am besten gleich auf dem Telefon, auf dem die App laufen soll.

  2. Installation erlauben

    Wattch kommt nicht aus dem Play Store. Android fragt deshalb, ob dein Browser Apps aus dieser Quelle installieren darf.

  3. Wechselrichter eintragen

    Beim ersten Start braucht Wattch einmal die IP-Adresse und die Seriennummer des Wechselrichters. So richtest du die App ein.

APK herunterladen

wattch.apk, Version 1.0.0, rund 57 MB

Einrichten

Wattch sucht den Wechselrichter nicht selbst im Netz, du trägst einmal zwei Angaben ein. Mach das tagsüber im Heim-WLAN: Nachts ist der Wechselrichter aus und antwortet nicht.

  1. Einstellungen öffnen

    Tipp auf dem Dashboard oben rechts auf das Zahnrad. Die Felder stehen im Abschnitt „Wechselrichter“.

  2. Adresse eintragen

    Das ist die IP-Adresse, die dein Router dem WLAN-Stick gegeben hat, zum Beispiel 192.168.178.40. Sie steht in der Geräteliste des Routers, bei der Fritz!Box unter Heimnetz, Netzwerk. Stell dort am besten ein, dass der Stick immer dieselbe Adresse bekommt. Der Port bleibt 8484.

  3. Seriennummer eintragen

    Sie steht auf dem Wechselrichter und sieht etwa so aus: 8.0NX312012345.

  4. Verbindung testen

    Der Knopf unter den Feldern fragt den Wechselrichter einmal ab. Klappt es, erscheint „Verbunden. Aktuelle Erzeugung: 3,24 kW.“ Wenn nicht, steht dort der Grund, etwa dass der Wechselrichter die Seriennummer nicht kennt oder nicht erreichbar ist.

    Einen Speichern-Knopf gibt es nicht, die Eingaben gelten sofort. Zurück auf dem Dashboard stehen nach wenigen Sekunden die ersten Werte.

Abschnitt „Wechselrichter“ in den Einstellungen: die Felder Adresse mit 192.168.178.40, Port mit 8484 und Seriennummer mit 8.0NX312012345, darunter der Knopf „Verbindung testen“.
Adresse und Seriennummer im Bild sind Beispielwerte.